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Wiener Linien: 50 Euro Strafe für Rücksichtslose

Essen in der U-Bahn, Telefonieren auf Lautsprecher, Hunde ohne Maulkorb: Mit der Kampagne „Host no immer kan Genierer?!“ setzen die Wiener Linien ihre Rücksichtsoffensive fort – und wer die Regeln bewusst ignoriert, muss jetzt zahlen.

5. November 2026 · 3 Min. Lesezeit
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Präsentation der Wiener-Linien-Kampagne „Host no immer kan Genierer?!“ Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner

Im Frühjahr fragten die Wiener Linien noch „Host kan Genierer?“. Jetzt legen sie nach: Die Herbstkampagne „Host no immer kan Genierer?!“ rückt die Konsequenzen in den Mittelpunkt. Wer in den Öffis bewusst gegen die Regeln verstößt, riskiert eine Strafe von 50 Euro. Die neuen Plakate sind ab 6. November in ganz Wien zu sehen.

Auf den Sujets geht es um vier Ärgernisse, die viele Fahrgäste aus dem Alltag kennen: Essen in der U-Bahn, Telefonate auf Lautsprecher, Hunde ohne Maulkorb und E-Scooter, die zur Hauptverkehrszeit in die U-Bahn mitgenommen werden. Die Botschaft auf den Plakaten ist unmissverständlich: „Bist für andere a Qual, dann zahl!“

Die erste Kampagne hat gewirkt

Laut den Wiener Linien zeigte schon die Frühjahrskampagne Wirkung. In einer Befragung rund einen Monat nach dem Start gaben etwa drei Viertel der Befragten an, wegen der Kampagne auf das Essen in der U-Bahn, auf Lautsprecher-Telefonate und auf den Rucksack am Rücken zu verzichten.

Auch die Zahl der Beschwerden über Verstöße gegen Beförderungsbedingungen und Hausordnung ging deutlich zurück. Im März, zum Start der Kampagne, waren es rund 12.000. Im September zählten die Wiener Linien 8.898 Beschwerden, im Oktober 8.283 – ein Rückgang um rund ein Drittel.

Nicht maximale Strafe, sondern maximale Rücksicht

Öffi-Stadträtin Ulli Sima betont, dass es nicht ums Strafen gehe, sondern um möglichst viel Rücksichtnahme. Der Appell im Frühjahr habe gut funktioniert, einige wenige würden die Regeln aber weiterhin absichtlich missachten – für sie gebe es nun mehr Konsequenzen.

Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, unterstreicht, dass gegenseitiger Respekt die Voraussetzung dafür sei, dass sich Fahrgäste in den Öffis wohlfühlen. Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl ergänzt, dass sich die allermeisten Fahrgäste rücksichtsvoll verhalten. Wo einzelne die Regeln aber bewusst ignorieren, müsse das Unternehmen konsequent handeln.

Bist für andere a Qual, dann zahl!

300 Kontrolleure im Einsatz

Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Service, Sicherheitsdienst und Kontrolle achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Oft reicht bei Kontrollen ein Hinweis. Manche Fahrgäste ignorieren Aufforderungen allerdings wiederholt – hier wird künftig gestraft.

Begleitet wird die Kampagne von interaktiven Quizfragen zur Hausordnung auf den Infoscreens, humorvollen Social-Media-Beiträgen und Durchsagen in den Stationen. Auf der Kampagnenseite wienerlinien.at/hostkangenierer gibt es außerdem eine Neufassung von Georg Danzers Klassiker „I bin a Kniera“ – unter dem Titel „Ka Genierer“.

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