Das mehrsprachigste Magazin Österreichs
Anzeige xpertigo 15 Minuten, die dich weiterbringen.
← Zurück zu Deutsch
BILDUNG

Was kommt nach der achten Schulstufe? Hier sind die Antworten!

Gymnasium, berufsbildende Schule oder Lehre? Die Bildungsentscheidung nach der achten Schulstufe ist eine der wichtigsten für junge Menschen und ihre Familien. Um ihnen die Suche nach dem richtigen Weg zu erleichtern, veranstaltet die Arbeiterkammer Wien (AK Wien) von 11. bis 14. November die AK Bildungsinfotage 2026 – vier Tage, an denen sich Jugendliche und ihre Eltern kostenlos über Schulen, Berufe und Bildungswege in Österreich informieren können.

2. November 2026 · 15 Min. Lesezeit
Teilen in
Jugendliche mit VR-Brillen am Stand der AK Wien Foto: AK/Lisi Specht

Für viele Familien in Österreich bringt das Ende der achten Schulstufe zahlreiche Fragen mit sich. Soll das Kind ins Gymnasium weitergehen, eine berufsbildende Schule besuchen oder sich auf eine Lehre vorbereiten? Welcher Beruf passt zu seinen Interessen und Fähigkeiten? Welche Chancen gibt es später am Arbeitsmarkt und bei der Weiterbildung? Das österreichische Bildungssystem bietet viele Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler können in der AHS weitermachen, eine fünfjährige berufsbildende höhere Schule (BHS) wie eine HTL oder HAK besuchen oder eine berufsbildende mittlere Schule (BMS) wählen. Wer eine praxisnahe Ausbildung möchte, kann eine Lehre beginnen – meist nach Abschluss der neunjährigen Schulpflicht. Wichtig zu wissen: Die Entscheidung mit 14 muss nicht den ganzen Lebensweg festlegen, denn das österreichische System ermöglicht auch später noch einen Wechsel.

Die große Auswahl kann die Entscheidung aber erschweren – besonders für Familien, die das österreichische Schulsystem nicht gut kennen. Genau deshalb organisieren die Arbeiterkammer Wien und die Bildungsdirektion Wien die AK Bildungsinfotage, eine Veranstaltung rund um Bildung und Berufsorientierung junger Menschen.

Vier Tage, um Schulen und Berufe kennenzulernen

Die heurigen AK Bildungsinfotage finden von 11. bis 14. November 2026 im Bildungsgebäude der Arbeiterkammer Wien in der Theresianumgasse 16–18 im vierten Bezirk statt. Die Veranstaltung war früher unter dem Namen L14 bekannt und bekommt heuer einen neuen Namen und einen neuen Auftritt. Ihr Hauptziel ist es, Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen der Sekundarstufe I bei der Wahl des nächsten Bildungsschritts zu helfen. An einem Ort können sie verschiedene Schultypen, Ausbildungen und Berufe kennenlernen, mit Fachleuten sprechen und die Informationen sammeln, die sie für ihre Entscheidung brauchen.

Anders als bei der Information über das Internet oder Schulbroschüren ermöglichen die AK Bildungsinfotage den direkten Kontakt mit Bildungseinrichtungen sowie Beraterinnen und Beratern. Jugendliche können konkrete Fragen stellen, Möglichkeiten vergleichen und erfahren, was sie in der Schule oder Ausbildung erwartet.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Mitmachen. Besucherinnen und Besucher müssen nicht nur Vorträgen zuhören oder Infomaterial lesen, sondern können verschiedene Aktivitäten ausprobieren und so einen besseren Eindruck von einzelnen Berufen bekommen. Das ist vor allem für Jugendliche hilfreich, die noch keine klare Vorstellung haben, was sie später machen möchten.

Nicht nur schauen, sondern ausprobieren

Einer der spannendsten Bereiche der Veranstaltung ist der Bereich zum praktischen Kennenlernen von Berufen, genannt „Probier’s hier“. Statt nur Erklärungen zu einem Beruf zu hören, können Jugendliche bei Aktivitäten mitmachen, die ihnen verschiedene Tätigkeiten und Fertigkeiten näherbringen.

Dieser Zugang ist besonders wichtig, weil die Vorstellung, die Schülerinnen und Schüler von einem Beruf haben, oft nicht der Realität entspricht. Jemand interessiert sich vielleicht für Technik, entdeckt aber erst durch die Praxis, welcher Bereich ihn wirklich anspricht. Andere merken, dass ihnen die Arbeit mit Menschen, Organisation oder kreativer Ausdruck mehr liegt. Das Programm der AK Bildungsinfotage verbindet deshalb Infostände, Beratung, Vorträge, Workshops und praktische Aktivitäten. So können Jugendliche verschiedene Möglichkeiten erkunden, ohne sich vorher für eine bestimmte Schule oder einen Beruf entscheiden zu müssen.

Ein weiterer Vorteil: Die Informationen kommen direkt von Menschen, die die jeweiligen Bildungswege kennen. Schülerinnen, Schüler und Eltern können fragen, wie lange eine Schule dauert, was man dort lernt, welche Aufnahmebedingungen gelten und welche Wege sich nach dem Abschluss öffnen.

Eigenes Programm für Eltern

Auch wenn die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, richtet sich ein wichtiger Teil des Programms an Eltern und Erziehungsberechtigte. Für sie sind der Freitagnachmittag und der ganze Samstag reserviert – dann können sie die Veranstaltung gemeinsam mit ihren Kindern besuchen.

In diesem Teil des Programms gibt es eigene Workshops und Infotreffen zu Schulwahl, Berufsorientierung und den verschiedenen Bildungswegen.

Eltern bekommen so Antworten auf Fragen, die in Familien häufig auftauchen: Wie erkennt man, welche Schule zum Kind passt? Was tun, wenn es noch keine klaren Interessen hat? Worin unterscheiden sich die Schulformen, und wo gibt es weitere Beratung?

Diese Unterstützung ist besonders wichtig für Familien, die das österreichische Bildungssystem nicht selbst durchlaufen haben. Bezeichnungen wie AHS, BHS, BMS, HTL oder HAK sind oft nicht verständlich genug, und die Unterschiede zwischen den Bildungswegen können für die Entscheidung ausschlaggebend sein. Die Arbeiterkammer betont in ihrer Broschüre „14 Jahre, was nun?“, dass Eltern bei der Bildungswahl eine der wichtigsten Rollen spielen. Ihre Aufgabe ist es aber nicht, an Stelle der Kinder zu entscheiden, sondern ihnen zu helfen, Interessen zu erkennen, Informationen zu sammeln und die Möglichkeiten abzuwägen.

Empfohlen wird, mit den Kindern über Lieblingsfächer, Hobbys und Tätigkeiten zu sprechen, die sie interessieren. Genauso wichtig ist es, darüber zu reden, was ihnen nicht liegt – auch das hilft bei der Schulwahl.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Möglichkeiten, an die das Kind vielleicht noch gar nicht gedacht hat. Mädchen können sich für technische Berufe begeistern, Burschen für Ausbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Die Wahl sollte nicht durch traditionelle Vorstellungen von „Männer-“ und „Frauenberufen“ eingeschränkt werden.

Welche Schule passt zu meinem Kind?

Das österreichische Bildungssystem bietet unterschiedliche Wege in den Beruf oder zur Weiterbildung. Gerade deshalb sind sich Eltern oft unsicher, welche Wahl die beste ist.

Das Gymnasium (AHS) vermittelt eine breite Allgemeinbildung und schließt mit der Matura ab. Nach der achten Schulstufe dauert die Oberstufe in der Regel noch vier Jahre. Dieser Weg passt besonders für Jugendliche, die später an einer Universität oder Hochschule studieren möchten, sich aber noch nicht auf einen Beruf festlegen wollen. Berufsbildende höhere Schulen (BHS) dauern fünf Jahre und verbinden Allgemeinbildung mit Fachwissen. Zu den bekanntesten zählen die HTL – höhere technische Lehranstalten – und die HAK, die Handelsakademien. Es gibt auch Schulen für Tourismus, Wirtschaft, Mode, Kunst und andere Bereiche. Ihre Besonderheit: Mit dem Abschluss erwirbt man Matura und Berufsdiplom zugleich – das öffnet den Weg ins Studium, aber auch direkt in den Arbeitsmarkt. Berufsbildende mittlere Schulen (BMS) dauern je nach Fachrichtung ein bis vier Jahre. Drei- und vierjährige Ausbildungen führen zu einer beruflichen Qualifikation ohne klassische Matura. Über Zusatzangebote können Absolventinnen und Absolventen aber später die Studienberechtigung erwerben. Die Polytechnische Schule (PTS) richtet sich vor allem an Jugendliche, die nach dem neunten Schuljahr eine Lehre beginnen möchten. Dort lernen sie verschiedene Berufsfelder kennen, entwickeln praktische Fertigkeiten und bereiten sich auf die Lehrstellensuche vor. Bei den AK Bildungsinfotagen können sich Eltern und Jugendliche genauer über all diese Wege informieren und einschätzen, welcher Schultyp am besten zu ihren Interessen passt.

Die Lehre als gleichwertiger Bildungsweg

Die Lehre ist in Österreich ein wichtiger Teil des Bildungssystems. Laut Arbeiterkammer entscheiden sich rund 39 Prozent eines Jahrgangs für diese Ausbildungsform.

Die Lehre funktioniert im sogenannten dualen System: Lehrlinge verbringen den Großteil der Arbeitswoche im Betrieb und sammeln dort Praxis, den theoretischen Teil absolvieren sie in der Berufsschule.

Die Ausbildung dauert zwei bis vier Jahre, meistens drei. In dieser Zeit erhalten Lehrlinge ein Lehrlingseinkommen, dessen Höhe vom Beruf, der Branche und dem Lehrjahr abhängt. Rund 200 Lehrberufe stehen zur Auswahl, doch viele Jugendliche entscheiden sich für eine relativ kleine Zahl bekannter Berufe. Beliebt sind etwa Elektrotechnik, Einzelhandel, Kfz-Technik, Bürokaufmann/-frau und Installationstechnik. Wiener Daten aus 2025 zeigen, dass Mädchen besonders häufig Handel, Büro und Verwaltung wählen, Burschen eher technische Berufe. Die Arbeiterkammer rät Jugendlichen daher, möglichst viele Möglichkeiten zu erkunden – auch weniger bekannte Berufe. Dabei zählen nicht nur die aktuelle Beliebtheit eines Berufs, sondern auch die eigenen Fähigkeiten, Interessen und langfristigen Entwicklungschancen.

Wichtig: Der Lehrabschluss ist nicht das Ende der Bildung. Später sind Meisterprüfungen, Spezialisierungen oder die Matura über die Berufsreifeprüfung möglich – und damit auch ein Studium.

Wie findet man heraus, welche Berufe zum Kind passen?

Eine der schwierigsten Fragen für 14-Jährige ist, was sie eigentlich später machen wollen. Viele haben noch keine klaren Interessen, oder sie ändern sich häufig. Die Arbeiterkammer empfiehlt, bei der Bildungswahl drei Bereiche zu berücksichtigen: persönliche Interessen, Fähigkeiten und die Chancen am Arbeitsmarkt. Interessen zeigen, womit sich ein junger Mensch gern beschäftigt. Fähigkeiten helfen einzuschätzen, ob eine Ausbildung passt, und Arbeitsmarktinformationen machen spätere berufliche Möglichkeiten besser verständlich.

Dabei kann die kostenlose App Jopsy helfen, die von der Arbeiterkammer entwickelt wurde. Statt langer Fragebögen arbeitet die App mit Fotos verschiedener Tätigkeiten. Man gibt an, wie interessant man eine Tätigkeit findet, und erhält daraus ein persönliches Interessenprofil sowie Berufsvorschläge. Die App bietet außerdem Berufsbeschreibungen und lässt sich nach dem gewünschten Ausbildungsniveau filtern.

Sie ist kostenlos für Mobilgeräte und über www.jopsy.at verfügbar. Ähnliche Angebote sind der AMS-Berufskompass und das Portal www.bic.at, auf denen Jugendliche Berufe und ihre Anforderungen erkunden können. Fachleute weisen aber darauf hin, dass kein Test mit Sicherheit feststellen kann, welcher Beruf für jemanden ideal ist. Die Ergebnisse sind eine Denkhilfe, keine endgültige Entscheidung.

Der Besuch der Veranstaltung als erster Schritt

Die AK Bildungsinfotage finden genau in der Zeit statt, in der Schülerinnen und Schüler der achten Schulstufe konkreter über ihren weiteren Weg nachdenken. Laut Arbeiterkammer sollte die Berufsorientierung bereits in der siebenten Schulstufe beginnen. In diesem Jahr sollten Kinder ihre eigenen Fähigkeiten und verschiedene Berufe kennenlernen. Zu Beginn der achten Schulstufe folgt dann das Sammeln konkreterer Informationen und die Abwägung zwischen weiterführender Schule und Lehre.

Der November ist besonders wichtig für den Besuch von Bildungsmessen und Tagen der offenen Tür. Genau dann finden die AK Bildungsinfotage statt, bei denen Jugendliche ihre Möglichkeiten vergleichen können. Im Dezember sollte die Schulauswahl bereits eingegrenzt und die Aufnahmebedingungen geprüft werden. Für manche Ausbildungen – vor allem solche mit Eignungsprüfung – muss man früher mit der Vorbereitung beginnen. Im Februar beginnen meist die Anmeldungen an weiterführenden Schulen, und an einer Lehre Interessierte können erste Bewerbungen an Betriebe schicken. Die genauen Fristen sollte man immer bei der gewählten Schule oder beim Arbeitgeber prüfen.

Bekommt das Kind keinen Platz an der Wunschschule, ist es wichtig, eine Alternative zu haben. Die Arbeiterkammer rät Eltern, gemeinsam mit den Kindern vorab mindestens eine weitere passende Möglichkeit zu überlegen.

Was, wenn die Noten nicht gut genug sind?

Eine häufige Sorge von Eltern betrifft die Aufnahmebedingungen. Für manche Ausbildungen sind bestimmte Noten nötig, andere Schulen führen Aufnahmeprüfungen, Gespräche oder Eignungsprüfungen durch. Schulen mit künstlerischem Schwerpunkt verlangen zum Beispiel oft eine Mappe und eine Eignungsprüfung. Eigene Voraussetzungen gibt es auch für Ausbildungen im Bereich der Elementarpädagogik.

Es reicht also nicht, eine interessante Schule auszuwählen. Man muss auch Aufnahmebedingungen, freie Plätze und Anmeldefristen prüfen. Die Arbeiterkammer erinnert daran, dass bei der Schulwahl eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten des Kindes wichtig ist. Sind die Anforderungen einer Ausbildung derzeit zu hoch, heißt das nicht, dass die Tür zur weiteren Bildung verschlossen ist. Es gibt andere Wege, die später zur Matura oder zum Studium führen. Gerade bei solchen Fragen kann das direkte Gespräch mit Beraterinnen und Beratern bei den AK Bildungsinfotagen besonders hilfreich sein.

Bildung ist auch für den späteren Job wichtig

Die Bildungswahl beeinflusst nicht nur die Schuljahre, sondern auch die späteren Chancen am Arbeitsmarkt. AMS-Daten vom Jänner 2026, die in der Broschüre der Arbeiterkammer angeführt sind, zeigen große Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit je nach Bildungsabschluss. Bei Personen mit nur Pflichtschulabschluss lag die Arbeitslosenquote bei 25,2 Prozent, bei Personen mit Lehrabschluss bei 8,4 Prozent und bei Absolventinnen und Absolventen einer BMS bei vier Prozent.

Bei Personen mit AHS-Matura lag sie bei 6,3 Prozent, bei BHS-Absolventinnen und -Absolventen bei 4,4 Prozent. Am niedrigsten war sie mit 3,9 Prozent bei Akademikerinnen und Akademikern. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig ein abgeschlossener Bildungsweg für das spätere Berufsleben ist. Das heißt aber nicht, dass jedes Kind ins Gymnasium gehen oder studieren muss. Auch eine abgeschlossene Fachschule oder eine gute Lehre bieten gute Karrierechancen.

Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen am Arbeitsmarkt. Neue Technologien, Digitalisierung und wirtschaftlicher Wandel beeinflussen, welche Berufe künftig gefragt sind. Deshalb werden Lernfähigkeit, Kreativität, kritisches Denken, Fremdsprachenkenntnisse und digitale Kompetenzen immer wichtiger.

Eltern sollen beraten, nicht entscheiden

Die Arbeiterkammer betont in ihrer Broschüre besonders, dass die Wahl von Schule oder Beruf ein gemeinsamer Prozess sein muss, in dem das Kind eine aktive Rolle spielt.

Eltern wünschen sich oft, dass ihre Kinder einen sicheren und gut bezahlten Beruf wählen. Jugendliche haben aber manchmal andere Prioritäten. Manchen sind eine spannende Arbeit, ein gutes Arbeitsklima und die Möglichkeit, etwas zu tun, das sie lieben, wichtiger.

Eltern wird deshalb geraten, nicht ihre eigenen unerfüllten Berufswünsche über die Kinder zu verwirklichen. Stattdessen sollten sie die Kinder ermutigen, selbst zu erkunden, Fragen zu stellen und Erfahrungen zu sammeln. Eine gute Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, sind sogenannte Schnuppertage. Dabei sehen Jugendliche, wie ein Arbeitstag in einem Betrieb aussieht, sprechen mit Beschäftigten und lernen einige der Aufgaben kennen, die ein Beruf mit sich bringt.

Eltern können bei der Suche nach solchen Möglichkeiten helfen – über die Schule, Bekannte oder durch direkte Anfragen bei Betrieben.

Ebenso wichtig ist es, das Kind nicht ständig mit Geschwistern oder Mitschülerinnen und Mitschülern zu vergleichen. Jeder junge Mensch entwickelt Interessen und Fähigkeiten in seinem eigenen Tempo.

Was, wenn sich keine Lehrstelle findet?

Die Suche nach einer Lehrstelle kann schwierig sein, vor allem in beliebten Berufen. Betriebe führen oft Auswahlverfahren, Gespräche und Wissenstests durch. Die Tests unterscheiden sich je nach Beruf: In Büroberufen wird oft mehr Wert auf Sprache und Rechtschreibung gelegt, in technischen Berufen zählen Mathematik, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen.

Die Arbeiterkammer empfiehlt, sich gut vorzubereiten, vorhandene Übungen zu nutzen und zu lernen, wie man einen Lebenslauf und eine Bewerbung schreibt. Freie Lehrstellen findet man beim AMS unter www.ams.at/lehrstellen, aber auch durch direkte Anfragen bei Betrieben.

Wer keine Lehrstelle findet, sollte sich beim AMS als lehrstellensuchend melden. Es gibt außerdem die überbetriebliche Lehrausbildung, die eine Ausbildung ermöglicht, wenn kein passender Platz in einem Betrieb frei ist.

In Österreich gilt nämlich die Ausbildungspflicht bis 18. Nach der neunjährigen Schulpflicht müssen Jugendliche eine passende Schul- oder Berufsausbildung fortsetzen – außer in gesetzlich vorgesehenen Ausnahmefällen.

Kostenlose Hilfe auch nach der Veranstaltung

Die AK Bildungsinfotage sind eine wichtige Gelegenheit, sich zu informieren – die Unterstützung für Eltern und Jugendliche endet aber nicht nach vier Tagen. Die Arbeiterkammer Wien bietet das ganze Jahr über Informationen zu Schulwahl, Lehre, Rechten junger Menschen in der Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten. Auf ihrer Website gibt es kostenlose Broschüren und Tipps für Eltern.

Dazu gehört auch der Ratgeber „14 Jahre, was nun? Schule oder Beruf“ für Eltern von 13- bis 14-Jährigen. Auf rund 60 Seiten erklärt die Broschüre das österreichische Bildungssystem, die Berufswahl, die Schulanmeldung, die Lehrstellensuche und wie Eltern ihre Kinder unterstützen können. Hilfreiche Informationen bieten auch die BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS sowie das BiWi, das Berufsinformationszentrum der Wirtschaftskammer Wien. Eltern, die unsicher sind, wie sie ihr Kind unterstützen können, können sich auch an Schülerberaterinnen und -berater, Lehrkräfte für Berufsorientierung oder die Bildungsdirektion Wien wenden.

Wann und wo finden die AK Bildungsinfotage statt?

Die AK Bildungsinfotage finden von 11. bis 14. November 2026 im AK Bildungsgebäude, Theresianumgasse 16–18, 1040 Wien, statt.

Die Veranstaltung richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Eltern, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte, die mehr über Bildungs- und Berufswege nach der achten Schulstufe erfahren möchten. Für angemeldete Schulklassen ist sie am Mittwoch, 11. November, Donnerstag, 12. November, und Freitag, 13. November, jeweils von 8.30 bis 14.30 Uhr geöffnet. Familien können die Veranstaltung am Freitag, 13. November, von 14.30 bis 17 Uhr sowie am Samstag, 14. November, von 10 bis 17 Uhr besuchen. In diesen Zeiten gibt es auch eigene Workshops und Infotreffen für Eltern. Der Eintritt ist frei. Genaue Informationen zu Programm, Workshops und Anmeldung gibt es auf bildungsinfotage.ak.at.

Die Veranstalter ermutigen besonders jene Jugendlichen zu kommen, die noch nicht wissen, welche Schule sie besuchen oder welchen Beruf sie ergreifen möchten. Ziel ist nicht, dass alle sofort eine endgültige Antwort finden, sondern dass sie ihre Möglichkeiten kennenlernen und Sicherheit für ihre Entscheidung gewinnen. Für Familien, die vor der Frage stehen, wie es nach der achten Schulstufe weitergeht, sind die AK Bildungsinfotage eine Gelegenheit, an einem Ort Informationen zu bekommen, mit Fachleuten zu sprechen und gemeinsam verschiedene Bildungswege zu erkunden.

Wie nützt man den Besuch am besten?

Der Besuch einer Bildungsmesse bringt viel mehr, wenn sich Eltern und Kinder vorher darauf vorbereiten. Die Arbeiterkammer Wien rät Familien, vorab über Interessen, Schulerfolge und mögliche Berufe zu sprechen. Eine endgültige Entscheidung ist nicht nötig, aber es ist gut zu wissen, welche Fragen man stellen und welche Informationen man sammeln möchte. Ein erster Schritt kann eine gemeinsame Liste von Schulen und Berufen sein, die das Kind interessant findet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Gymnasium, eine technische Schule, eine Handelsakademie oder eine Lehre handelt. Ziel ist, verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen und ihre Vorteile zu vergleichen.

An den Infoständen erfahren Eltern, welche Aufnahmebedingungen gelten, wie lange die Ausbildung dauert, welche Fächer unterrichtet werden und welche Möglichkeiten es nach dem Abschluss gibt. Es lohnt sich, auch nach Praxisunterricht, Matura-Möglichkeiten, Zusatzqualifikationen und späteren Jobchancen zu fragen. Genauso wichtig ist, dass die Kinder selbst Fragen stellen. So lernen sie, eigenständig Informationen zu sammeln und Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen. Eltern können im Gespräch unterstützen, sollten den Jugendlichen aber genug Raum lassen, ihre eigenen Wünsche zu äußern.

Was tun nach dem Besuch?

Nach der Veranstaltung empfiehlt sich ein gemeinsames Gespräch über die gesammelten Informationen. Welche Schule hat den besten Eindruck hinterlassen? Welcher Beruf wirkte besonders spannend? Hat sich die Meinung des Kindes nach Gesprächen mit Fachleuten oder praktischen Aktivitäten verändert? Gut ist es, zwei oder drei infrage kommende Bildungswege auszuwählen und diese genauer zu prüfen. Ein nächster Schritt kann der Besuch von Tagen der offenen Tür sein. Dort lernen Jugendliche Lehrkräfte kennen, sprechen mit Schülerinnen und Schülern und sehen, wie der Unterricht im Alltag aussieht. Interessiert sich das Kind für eine Lehre, ist ein Schnuppertag sinnvoll. Solche Erfahrungen zeigen, ob die eigene Vorstellung von einem Beruf mit den tatsächlichen Aufgaben übereinstimmt. Eltern sollten auch auf Anmeldefristen achten. Manche Schulen verlangen Eignungstests, Aufnahmeprüfungen oder Gespräche. Mit dem Informieren sollte man deshalb nicht bis zum Ende des Schuljahres warten.

Was, wenn das Kind noch immer nicht weiß, was es will?

Unentschlossenheit mit 14 ist völlig normal. Die Arbeiterkammer empfiehlt Eltern, ihren Kindern genug Zeit zu geben, ihre Wünsche ernst zu nehmen und einzelne Berufe nicht abzuwerten. Besonders wichtig ist es, Vergleiche mit anderen Kindern zu vermeiden und nicht eigene unerfüllte Ambitionen über die Wahl der Kinder zu verwirklichen. Bleibt die Entscheidung schwierig, können Familien kostenlose Beratung an Schulen, bei der Arbeiterkammer, beim AMS und bei anderen Berufsorientierungsstellen nutzen. Am wichtigsten ist, dass das Kind eine Ausbildung wählt, die zu seinen Interessen und Fähigkeiten passt – und nicht nur zu den Erwartungen seines Umfelds.

Teilen in