„Ich bin ein Voyeur des Lebens“

0

DELADAP-Mastermind Stani Vana im Gespräch mit Tatjana Pantelić über das neue Album Bring It On, ein überschaubares Österreich und Animier-Damen in der Türkei.

Euer neues Album Bring It On erschien Anfang Juni und ich durfte es vorab schon anhören. Schon nach dem zweiten Lied war mir klar: eurer Album sprüht vor Lebensfreude…
STANI VANA: Lebensfreude und Emotionen sind im Herzen jeder Musik; wir als DELADAP haben dabei sicher einen Fokus auf positiven Gefühlen und Befindlichkeiten, klammern aber das „echte“ Leben, auch dessen Widrigkeiten und Probleme nicht aus. Protagonisten einer reinen Spaßkultur sind wir definitiv nicht.

Angefangen habt ihr mit einer Mischung aus Jazz und Gypsy-Musik, daraus entwickelte sich Elektro-Swing gemischt mit Balkan-Elementen. Wo geht die Reise weiter hin?
STANI: Ich habe eine über 10-jährige Geschichte, zusammengesetzt aus einer Vielzahl von musikalischen Entwicklungsschritten, mal kleiner, mal größer. Es ist schön, dass die Frage anerkennt, dass wir uns weiter bewegen und die genannten Zuschreibungen in der Vergangenheit liegen. Bezüglich der Weiterreise – wir sondieren gerade die Möglichkeiten…

Was inspiriert euch?
STANI: Im Ernst – nahezu alles! Ich betrachte mich als Voyeur des Lebens 😉

„Ich versuche, den ultimativen Welthit zu schreiben“, hast du vor zwei Jahren in einem Interview gesagt. Was macht einen ultimativen Welthit aus?
STANI: Ein Lied, das sich in das Empfinden und Erleben von Menschen weltweit einschreibt, ein Lied, das Menschen über geographische und Generationen-Grenzen positiv wahrnehmen und sich darüber austauschen.

Bevor ihr in Österreich bekannt wurdet, habt ihr auf der ganzen Welt gespielt. Warum ist es in Österreich als Musiker so schwer, bekannt zu werden?
STANI: Wir hatten das Glück und die Gelegenheit außerhalb Österreichs gebucht zu werden und logischerweise haben wir das wahrgenommen, unsere Musik hat ja globale Gültigkeit… Wir sind froh über die Wahrnehmung, die wir im In- und Ausland genießen. Wir dürfen auch nie vergessen, dass Österreich ein überschaubares Land mit einer überschaubaren Medienszene ist. Und anderseits – wer ist schon tatsächlich bekannt, kommt das nicht immer auf die spezifischen Wahrnehmungsfenster an – des einen Weltstar ist des anderen Anonymus?

Gibt es Musiker, mit denen ihr gerne zusammenarbeiten würdet?
STANI: Salopp formuliert – been there, done that. Ich durfte mit einer Vielzahl an Musiker kooperieren und werde dies auch weiterhin tun.

Gibt es einen unvergesslichen Moment oder Auftritt in eurer Laufbahn?
STANI: Zahllose. Von Animier-Damen backstage in der Türkei, die uns davon abhalten sollten an die Gage zu denken bis zu einer Beinahe-Steiningung in Albanien, weil unser Gitarrist die „falsche“ Nationalität hatte … Unser Ausflug nach Mexico war ein definitives Highlight, wir denken über das „Buch DelaDap“ oder den Film nach …

Gilt für euch nach dem Album ist vor dem Album?
STANI: Prosaisch betrachtet – sicher, weil der Lauf der Musik-Dinge oft so ist. Tatsächlich freuen wir uns jetzt einmal auf die Reaktionen zu „Bring It On“ und die Konzerte mit dem tollen Material. Along the way wird sich die Energie, der Anstoß für neue Songs und ein neues Album finden, ganz sicher.

 

Foto: Ingo Pertramer

Podijeli:

O autoru

Ostavi komentar


+ 3 = 6