„Die FPÖ freut sich über Stimmen aus allen Communities“

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Bundespartei der FPÖ Norbert Hofer im Interview mit Dino Schosche, Herausgeber des Stadtmagazins BUM, über Migrant_Innen in Österreich, die IBIZA Affäre und die Zukunft der FPÖ.

BUM: Wieso sollte ein wahlberechtigter Österreicher mit Migrationshintergrund die FPÖ wählen?

HOFER: Gut integrierte Menschen mit Migrationshintergrund finden in der FPÖ sehr oft eine politische Heimat, weil wir all jene unterstützen, die unser Heimatland lieben und gerne ihren Beitrag leisten, um unser Land weiter positiv zu entwickeln. Wir achten auf Fairness für die Österreicherinnen und Österreicher.

BUM: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sollen Migrantinnen und Migranten einen Beitrag leisten und Ihr Heimatland lieben, aber haben gleichzeitig kein Recht darauf, dass Österreich ihr Heimatland ist. Beispiel: Migranten und Migrantinnen, die in der 2. Generation hier leben?

HOFER: Migranten der 2. Generation sollten kaum Probleme haben, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten, wenn sie das wollen.

BUM: Sie haben bei der Präsidentschaftswahl mal erwähnt, dass Sie ein Präsident aller ÖsterreicherInnen sein wollen und nicht aller BürgerInnen, die in Österreich leben. Ich muss ehrlich sagen, das klingt ziemlich verletzend für Menschen wie mich, die seit Jahrzehnten brav ihren Beitrag leisten, aber leider nicht die Möglichkeit haben, an den Wahlen teilzunehmen. Was sagen Sie dazu?

HOFER: Das Wahlrecht in Österreich ist mit der Staatsbürgerschaft verbunden. Um eine solche zu erhalten, gibt es strenge Regeln. Diese dürfen aus Sicht der FPÖ nicht aufgeweicht werden.

BUM: Meine Frage bezieht sich nicht auf das Thema Staatsbürgerschaft, sondern auf die Tatsache, dass Sie – indem Sie behaupten, dass Sie nur für die Österreicherinnen und Österreicher da sind - 16% Bürgerinnen und Bürger ignorieren. Was sagen Sie dazu?

HOFER: Politische Entscheidungen treffen alle in Österreich lebenden Menschen. Daher macht jeder Politiker Arbeit auch für jene Menschen, die nicht wahlberechtigt sind – nehmen Sie etwa Themen wie Zuwanderung, Asyl oder Mindestsicherung.

BUM: Würden Sie sich auch über Stimmen aus der türkischen Community freuen?

HOFER: Die FPÖ freut sich über Stimmen aus allen Communities.

BUM: Ihr Vorgänger Strache hat im mittlerweile weltbekannten Ibiza-Video erwähnt, dass Serbien scheiße ist und dass man in Serbien auf keinen Fall investieren sollte. Was sagen Sie dazu - in Anbetracht der Tatsache, dass in Österreich eine ziemlich große serbische Community lebt, die auch wählen darf?

HOFER: Die Aussagen, die im Ibiza-Video getätigt werden, sind bereits ausreichend besprochen. Auch Heinz-Christian Strache hat sich bereits dafür entschuldigt.

BUM: Sollen sich, Ihrer Meinung nach, MigrantInnen mehr an der Gesellschaft beteiligen und auch politisch partizipieren?

HOFER: Es ist nie verkehrt, sich für Vorgänge jenes Landes, in dem man lebt, zu interessieren und sich daran auch zu beteiligen.

BUM: Wie geht die FPÖ mit der Tatsache um, dass wir in einer vielfältigen Gesellschaft leben, in Bezug auf Ihre eigenen KandidatInnen? Ist das ein Thema für Ihre Partei?

HOFER: Das Angebot der FPÖ ist vielfältig. Allerdings müssen Kandidaten Inhaber der österreichischen Staatsbürgerschaft sein. Wir haben beispielsweise mit Nemjana Damjanovic, Vesna Schuster oder Canan Brenner auch Kandidaten mit Migrationshintergrund.

BUM: Wie die Haltung der FPÖ gegenüber neuen MigrantInnen ist, insbesondere gegenüber denen, die aus islamischen Ländern kommen, das wissen wir ja bereits. Aber was hält die FPÖ von gut integrierten Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben, arbeiten und täglich ihren Beitrag zum Wohlstand dieses Landes leisten? Ich habe noch nie ein Kompliment seitens der FPÖ für solche Menschen gehört? Wird sich das mit Ihnen vielleicht ändern?

HOFER: Die FPÖ freut sich über jede Firma, jedes Unternehmen, die in Österreich erfolgreich sind – ganz egal, ob es sich beim Wirtschaftstreibenden um einen Österreicher handelt oder jemand anderen.

 

 Fotocredits: Büro design. Bundesparteiobmann und Klubobmann Ing. Norbert Hofer

 

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